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Alternative Behandlungsmethode für die häufigste männliche Tumorerkrankung

Klinikum Harlaching weltweit führend bei der schonenden Behandlung von Prostatakrebs mit fokussiertem Ultraschall.

70.000 Männer leiden in Deutschland an einem  Prostatakarzinom, der häufigsten männlichen Tumorerkrankung. Wer die Diagnose erhält, muss zwischen verschiedenen Alternativen abwägen: radikale operative Entfernung, Bestrahlung der gesamten Prostata oder besser abwarten? Eine weitere und für Patienten schonendere Therapiealternative bietet die punktgenaue (=fokale) Tumor-Entfernung mit einem speziellen Ultraschallgerät.

„Bei dieser Methode erzeugt ein energiereicher, gebündelter Ultraschall für wenige Sekunden kleinste Hitze-Areale (90° bis 100°C), die das Krebsgewebe punktgenau abtöten. Man könnte es mit einem Skalpell aus Schall vergleichen, das millimetergenau arbeitet. Nur ohne Schnitt und Blutverlust – und mit geringeren Risiken“, erklärt der leitende Oberarzt der Urologischen Klinik im Klinikum Harlaching, Dr. Stefan Thüroff, der als Pionier dieser Methode seit 1996 über 3.000 Behandlungen durchgeführt hat.

Die Urologische Klinik des städtischen Klinikums München Harlaching bietet Patienten das komplette Therapiespektrum bei der Behandlung von Prostatakrebs. Zudem verfügt die Klinik über die weltweit größte Expertise bei der Ultraschallbehandlung mit dem hochintensiv fokussierten Ultraschall (HIFU). Hierbei wird nur der erkrankte Teil der Prostata behandelt und das gesunde Gewebe geschont. Als erstes Zentrum in Deutschland und als drittes Zentrum weltweit begann sie bereits vor über 20 Jahren mit der innovativen

Behandlungsmethode. Heute verfügt die Klinik als eine der wenigen in Europa über zwei HIFU-Geräte, davon eines der neuesten Generation, das MRT-Bilder einliest und mit einem 3D-Ultraschallbild zusammenführt. Das ermöglicht eine exakte Diagnose und ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche fokale Therapie.

Die HIFU-Behandlung findet unter Narkose bzw. Teilnarkose statt und dauert ein bis drei Stunden. Etwa fünf Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder aufstehen. Im Vergleich zur radikalen Operation genießt der Patient einen kürzeren Krankenhausaufenthalt (in der Regel zwei bis drei Tage) und eine insgesamt schnellere Erholung. Zusätzlich wird das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz reduziert. Die Behandlung wird von gesetzlichen und privaten Kassen getragen.

Prof. Oliver Reich, Chefarzt der Harlachinger Urologie rät zur frühzeitigen Vorsorge: „Dank guter Früherkennung können Prostatakarzinome heute öfter entdeckt werden. Und das meist in einem Stadium, in dem noch hervorragende Heilungschancen bestehen, oftmals auch ganz ohne radikale Therapien. Vor- und Nachteile sowie die individuell optimale Therapiemethode, sollten Betroffene ausführlich mit einem Experten besprechen.“

Das Klinikum Harlaching verfügt als einzige Klinik in München über zwei HIFU-Ultraschallgeräte und bietet aufgrund der großen Expertise Hospitationen für Ärzte an. Die hohe Investitionssumme für den neuen Ultraschall „Focal One“ tragen insgesamt sieben Kliniken partnerschaftlich. Das Gerät ist im regelmäßigen Wechsel an den Klinikstandorten Harlaching sowie Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Ingolstadt, Nürnberg und Reutlingen im Einsatz. Ein kreativer Ansatz bei dem die moderne Technik direkt zu den Patienten kommt – nicht umgekehrt.

Bildquelle: „EDAP TMS“