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Ein Dorn im Auge

Schwäche und Weichheit wird mit ihnen verbunden, die Rede ist von Tränen. Für die meisten Menschen sind sie ein Dorn im Auge. Gilt man doch als besonders sensibel, wenn man nah am Wasser gebaut ist.

Ein Mensch der weint, zeigt seinem Gegenüber wie seine Gefühlslage ist und das macht ihn hilflos und betroffen. Dabei fühlen wir uns nicht wohl. Der weinende Mensch ist nun verletzbar, das ist für den Betroffenen ebenfalls ein ungutes Gefühl.

Das wir so reagieren, liegt an unserer Einstellung zum Weinen. Wenn wir an so manche Redewendungen denken, mit denen wir groß geworden sind: „Männer weinen nicht“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „Du bist eine Heulsuse“, ist es nicht verwunderlich, dass wir uns unserer Tränen schämen und sie wann immer es geht lieber unterdrücken. Denn es passt nicht in unsere Kultur.

Dabei sind Tränen sehr wichtig, zur Reinigung des Bindehautsacks und zur Ernährung sowie Befeuchtung der Hornhaut. Sie bestehen aus Fett, Salz, Wasser und bakterienzersetzende Stoffe. Sie werden stets von unserem Körper produziert.

Durch äußere Reize z.B. Fremdkörper im Auge, Kälte oder herzhaftes Lachen wird die Produktion der Tränenflüssigkeit erhöht.

Das vegetative Nervensystem regt die Tränendrüsen an, das gleichfalls mit dem Gefühlszentrum verbunden ist. Dadurch wird bei einer veränderten Gefühlslage sofort ein Reiz weitergegeben, welches für die vermehrte Tränenflüssigkeit verantwortlich ist.

Die reinigende Wirkung der Tränen überträgt sich auch auf unsere Gefühlsebene. Denn wir verarbeiten unsere Emotionen und entspannen zu gleich. Darum sollten wir bei Trauer, Wut oder auch beim Lachen den Tränen freien Lauf lassen.