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Lebensquelle Trauer

Mir ist bewusst, dass viele Menschen einen großen Bogen um das Thema Trauer und um Menschen, die in Trauer sind, machen. Ihre Hilflosigkeit und Ängste lassen sie so agieren. Ich selber habe die Erfahrungen gemacht, das Menschen, die in Trauer sind, sehr authentisch und schön sind. Schönheit und Trauer ist nicht gegensätzlich.

Iris DawidEines meiner schönsten Bilder ist in meiner schlimmsten Zeit und größten Trauer entstanden.

 

 

 

Seit dem Jahre 2003 beschäftige ich mich mit dem Thema Trauer und wie gehe ich damit um. Was kann ich für mich selber tun, dass mein Leben wieder lebenswert wird? Trauer begegnet uns in vielen Bereichen, es muss nicht immer mit dem Tod eines nahestehenden Menschen oder auch eines geliebten Tieres zusammen hängen.

Wir können große Trauer empfinden, wenn eine Beziehung in die Brüche geht, das nennt man den „kleinen Tod“. Oder auch wenn wir unseren Arbeitsplatz verlieren. Der Verlust unserer Gesundheit trifft uns immer hart.

Im Jahre 2009 habe ich selbst, nach dem Suizid meines Mannes, die Erfahrung gemacht, dass es dunkel wurde, bevor es Abend war.

Mein Mann hat sich während ich arbeitete mit Kohlenmonoxid vergiftet. Wir hatten uns „wie immer“ verabschiedet. Nichts hätte mich erahnen lassen, dass ich ihn das letzte Mal lebend gesehen habe. Diesen Abend und die Folgenden erlebte ich als wäre ich gar nicht ich.

Die Zeit bis zur Beerdigung war eine Zeit von dauerndem Abschied nehmen; Abschied von ihm, Abschied von unseren gemeinsamen Träumen, von der gemeinsamen Zukunft, Abschied von seinem Körper, den ich jetzt nie mehr sehen und spüren sollte, ein Abschied vom „Wir“…

Nach der Beerdigung kam eine Zeit des tiefsten Fallens. Ich spürte, dass ich so absolut ohne Plan, ohne Kontrolle über mich und mein Leben war, der große Schmerz, der manchmal kaum auszuhalten war. Und dann waren die vielen offenen Fragen“ Warum? Hätte ich es verhindern können? Hätte ich es merken müssen? Was habe ich falsch gemacht? Und, und, und…

In vielen langen, schlaflosen Nächten habe ich im Netz nach einer, für diese Ausnahmesituation, guten Seite gesucht. Leider ohne ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis. Ich wollte Hilfe und Nähe von den Menschen die das Gleiche wie ich aushalten bzw. ausgehalten haben. Ich wollte in meiner großen Verzweiflung, dass mir jemand wieder Hoffnung auf ein Leben danach gibt. Ich wollte das mir möglicherweise jemand erklärt WARUM???

Aber ich wusste auch, was ich nicht wollte: Eine Gruppe von Menschen, die mich runter ziehen, was leider oft in den Selbsthilfegruppen geschieht. Wobei ich an dieser Stelle, keine Selbsthilfegruppe verurteilen möchte. Ich finde, dass sie gut sind, ab dem Zeitpunkt, wo man wieder gefestigt ist und als Begleitung für die Phasen, wo man wieder in einem tiefen Loch fällt.

Nun kam für mich die Zeit raus aus der Theorie und das gelernte Wissen selber in meinen Leben, in meinem Alltag anzuwenden und zu integrieren. Denn eines war mir klar, ich wollte Leben mit Lebensqualität und nicht nur die Stunden ableben.

Wenn ich heute zurück blicke, hat mein früheres Leben wenig mit dem Leben von heute zu tun. Ich bin wieder ein Ganzes und führe ein selbstbestimmtes Leben. Habe den Wohnort gewechselt und genieße das Stadtleben in München.

Ein Sprichwort sagt: „ Verliert man die Eltern, geht die Vergangenheit, verliert man den Partner, geht die Gegenwart, verliert man sein Kind, geht die Zukunft!“

Ich finde, dass die Gegenwart und die Zukunft immer mit dem Menschen, den wir verloren haben sich ändern. Ich wünsche uns, dass wir diese Zeiten gemeinsam durchleben, denn Trauer ist keine Krankheit daher kann man sie nicht heilen sondern nur durchleben.

Bis für dich die Zeit zu leben wiederkommt, gerne begleite ich dich dabei und gemeinsam gehen wir den Weg von der Quelle der Trauer ins Leben.