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Medizin: Frauen sind anders krank – und Männer auch

Frauen sind anders krank – und Männer auch. Wie diese Unterschiede in der Medizin besser berücksichtigt werden können, darüber diskutieren Expertinnen und Experten bei einem Symposium des Städtischen Klinikums München

Im Auftrag des Stadtrats der Landeshauptstadt München entwickelt das Städtische Klinikum Konzepte für eine geschlechtssensible Medizin und eine geschlechterdifferenzierte Gesundheitsversorgung. Diese kann Leben retten, das zeigt das Beispiel des Herzinfarkts. Während Männer meist über Schmerzen hinter dem Brustbein klagen, zeigt sich der Infarkt bei Frauen vielfach in Form von Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Müdigkeit oder Kurzatmigkeit – und wird deshalb leichter übersehen. Studien zeigen, dass Frauen mit Herzinfarkt bis zu zweieinhalb Stunden später in die Klinik kommen als Männer – mit Folgen für ihre Gesundheit.

Perspektiven von Frauen und Männern berücksichtigen
Wenn die Medizin eine differenziertere Perspektive einnimmt, dient das beiden Geschlechtern. So profitieren zum Beispiel Männer davon, dass die Medizin sich auch den spezifisch männlichen Risiken der Osteoporose widmet. Eine größere Zielgenauigkeit in Diagnostik und Therapie kann helfen, Kosten zu sparen und Unter- bzw. Fehlversorgung zu vermeiden. In Deutschland gibt es aber noch kaum Versorgungs- oder Behandlungsleitlinien, die systematisch Geschlechtsunterschiede berücksichtigen. Deshalb diskutieren Ärztinnen und Ärzte des Städtischen Klinikums München mit Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland über geeignete Maßnahmen, wie diese Faktoren in die klinische Versorgung systematisch eingebunden werden können. Das Städtische Klinikum freut sich besonders über die Zusage hochrangiger Referentinnen – darunter Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer, die Präsidentin des Weltärztinnenbundes.