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Neue Hilfe für Münchner Kinder psychisch kranker Eltern

DAK-Gesundheit und kbo-Isar-Amper-Klinikum starten Projekt „Sprich mit mir“  

Rund fünf Millionen Kinder in Deutschland haben Eltern, die psychisch erkrankt sind. „Ich wusste lange nicht, was mit Papa los ist und keiner redete mit mir“, so der neunjährige Max über die Erkrankung seines Vaters. Ab sofort gibt es für diese Kinder Hilfe. Die DAK-Gesundheit und das kbo-Isar-Amper-Klinikum geben diesen Kindern mit dem Projekt „Sprich mit mir“ mehr Beachtung. Speziell geschulte Teams aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen und Pflegekräften unterstützen die Kinder beim Umgang mit der Erkrankung der Eltern. Das Angebot können alle betroffenen Patienten und Kinder des kbo-Isar-Amper-Klinikums nutzen, eine Mitgliedschaft bei der DAK-Gesundheit ist dafür nicht nötig.

Kinder von psychisch erkrankten Eltern leiden oft am komplizierten Umgang in der Familie. „Um die Situation zu kompensieren, übernehmen Kinder häufig die Rolle der erwachsenen Person und verhalten sich nicht kindgerecht“, sagt Sophie Schwab, Vertragschefin der DAK-Gesundheit in Bayern. Sie ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück, haben Schwierigkeiten in der Schule und manche flüchten aus dem häuslichen Umfeld. „Wenn diese Kinder nicht die Möglichkeit bekommen, sich mit der Erkrankung der Eltern auseinander zu setzen, sind sie für eigene psychische Störungen in hohem Maße anfällig“, so Schwab weiter.

Während es für die Eltern vielfältige Behandlungsangebote gibt, fehlt es bei den Kindern oft an einer systematischen und professionellen Unterstützung. Vom Projekt „Sprich mit mir“ profitieren nun alle Patienten auf den Krisen- und Akutstationen, den Tages- und Nachtkliniken des kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost, dem Klinikum München-Nord, der Klinik Fürstenfeldbruck und dem Atriumhaus. „Wir vermitteln unseren Patienten zunächst, dass die Tabuisierung der Krankheit die ohnehin belastende Situation nur verschlimmert“, erklärt Dr. Gabriele Schleuning, Chefärztin der Klinik Südwest am kbo-Isar-Amper-Klinikum. „Kinder, die sich nicht trauen Fragen zu stellen und mit ihren Nöten alleine bleiben, versuchen selbst Antworten zu finden, die häufig verstörend sind.“

Zunächst erhalten  die Eltern Hilfestellungen, wie sie mit ihren Kindern über ihre Erkrankung sprechen können. Stimmen die betroffenen Eltern einem gemeinsamen Gespräch zu, werden ihre Kinder in die Behandlung einbezogen. Dabei werden die gefährdeten Kinder beim Umgang mit der Krankheit ihrer Eltern von Experten-Teams unterstützt.  Die Patienten selbst werden in ihrer Elternrolle und im Umgang mit ihren Kindern bekräftigt. DAK-Gesundheit und Klinikum versprechen sich von dem Projekt stabile Eltern, die ihren Kindern den notwendigen Rückhalt geben sowie gestärkte Kinder, die gelernt haben mit der Krankheit ihrer Eltern umzugehen und altersgerecht aufwachsen.

Das Projekt „Sprich mit mir“ wird von der DAK-Gesundheit mit einem Betrag von 10.000 Euro unterstützt. Das Geld stammt aus dem MSD-Gesundheitspreis, den die Kasse im vergangenen Jahr mit dem Versorgungsvertrag „stattkrankenhaus“ gewonnen hat – einem Projekt zur besseren Betreuung psychisch erkrankter Erwachsener. Die Laimer Caritas-Erziehungsberatungsstelle berät Krankenkasse und Klinikum bei der Umsetzung.