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Umfrage: In Bayern wächst die Furcht vor Demenz

Laut DAK-Studie haben Ältere mehr Angst vor Alzheimer als vor Krebs

Immer mehr Bayern haben Angst davor, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken. Innerhalb eines Jahres stieg ihr Anteil um fünf Prozent. Bei den über 60-Jährigen ist die Furcht vor Demenz und Alzheimer inzwischen größer als vor Krebs. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage* im Auftrag der DAK-Gesundheit. Für die Jüngeren im Freistaat bleiben bösartige Tumore der Angstmacher Nummer 1 gefolgt von Unfällen mit schweren Verletzungen. Dagegen nimmt die Bereitschaft ab, mit Sport, wenig Alkohol und Nikotin-Verzicht Krankheiten vorzubeugen

Krebs bereitet den Bayern weiterhin die größten Sorgen – zwei von drei Befragten (69 Prozent) fürchten ihn. Auf Platz zwei folgt inzwischen mit 52 Prozent die Angst vor Demenz und Alzheimer. Im Vergleich zum Vorjahr hat sie in Bayern vor allem bei Älteren zugenommen – bei den 45 bis 59-Jährigen von 47 auf 58 Prozent und bei den über 60-Jährigen von 56 auf 64 Prozent. Bei den Jüngeren nahm sie dagegen leicht ab. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern wird geringer. Bei den Männern stieg der Anteil mit Angst vor Vergesslichkeit deutlicher (von 43 im Vorjahr auf nun 50 Prozent) als bei den Frauen (von 50 auf 54 Prozent). „In Bayern erkranken jährlich mehr als 44.000 Menschen neu an Demenz“ erklärt Gottfried Prehofer, Landeschef der DAK-Gesundheit in Bayern. Nach Prognosen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft wird sich die Zahl der Erkrankten im Freistaat bis 2050 auf mehr als 433.000 verdoppeln. „Durch das zweite Pflegestärkungsgesetz wird ab Januar bei der Begutachtung die soziale und psychische Situation der pflegebedürftigen Menschen endlich besser berücksichtigt“, so Prehofer.

Während die Angst vor Demenz und Alzheimer mit zunehmendem Alter deutlich steigt, fürchten sich weniger Menschen vor einer Krebserkrankung. Bei den 30- bis 44-Jährigen ist sie mit 77 Prozent am größten und geht bei den älteren Menschen über 60 Jahre auf 60 Prozent zurück. Auch die Furcht vor Unfällen mit schweren Verletzungen – fast jeden Zweiten ängstigt die Vorstellung daran – ist bei Jüngeren größer und geht mit zunehmenden Alter zurück.

Drei von vier wollen nicht auf andere angewiesen sein

Ihre Sorge vor Demenz und Alzheimer begründen drei von vier damit, dass die Krankheit jeden treffen könne. Mehr als zwei Drittel von ihnen (69 Prozent) wollen nicht auf die Pflege durch andere Personen angewiesen sein. Dass die Krankheit bislang unheilbar ist, ist für 70 Prozent der Befragten der Grund.

Neun von zehn Bayern schätzen ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand als sehr gut oder eher gut ein. Doch die Bereitschaft, Krankheiten mit aktiven Maßnahmen vorzubeugen, nimmt tendenziell ab. 77 Prozent treiben Sport (Vorjahr 79 Prozent), 73 Prozent trinken weniger Alkohol (Vorjahr 78 Prozent) und 66 Prozent verzichten auf Zigaretten (Vorjahr 71 Prozent).

Vor diesen Krankheiten fürchten sich die Menschen in Bayern am meisten:

1. Krebs (69 Prozent)
2. Alzheimer und Demenz (52 Prozent)
3. Unfall mit schweren Verletzungen (49 Prozent)
4. Schlaganfall (45 Prozent)
5. Herzinfarkt (38 Prozent)
6. Schwere Augenerkrankung (32 Prozent)
7. Psychische Erkrankung (29 Prozent)
8. Schwere Lungenerkrankung (22 Prozent)
9. Diabetes (20 Prozent)
10. Geschlechtskrankheit (14 Prozent)

*Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa für die DAK-Gesundheit, 19. Oktober bis 10. November 2015, 1.005 Befragte in Bayern.